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Heilende Wellen, die von innen nach außen fließen

Kategorie
  1. Meditation
Autor
  • Lumen
Emotionen sickerten in die Stille meines Atems, wie ferne Erinnerungen, die ich vergessen geglaubt hatte. In der Stille der Meditation existierte ich als das Ich meines Kopfes. Ich saß da, ein Wesen mit Entscheidungsfreiheit, bewusst dieses Augenblicks. Und darunter, irgendwo tief in meinem Herzen, spürte ich eine bewegende Präsenz. Es war mein unbewusstes Ich, das Ich, das Erinnerungen und Emotionen in sich trug.
Die ersten Gefühle, die aufkamen, waren Unbehagen. Es waren Gefühle, von denen ich dachte, ich müsse sie nicht ausdrücken, Gefühle, von denen ich dachte, sie gehörten der Vergangenheit an. Scham, Groll, Wut und Traurigkeit. Bevor ich sie überhaupt benennen konnte, überkamen sie mich wie eine farblose, vage Last. Doch dieses Mal wich ich ihnen nicht aus. Als mein geistiges Selbst ließ ich sie aufkommen. Und so strömten die Emotionen wie eine einzige Welle hoch.
Und ich näherte mich der Leiche. Vorsichtig, als würde ich die Hand nach einem lange vermissten Freund ausstrecken. „Es ist okay, es ist jetzt okay“, sagte ich in Gedanken. In diesem Moment reagierte mein Körper. Ganz konkret, deutlich.
Ich spürte eine schwere Last auf meinen Schultern, und etwas Angestautes, Verknotetes stieg in der Nähe meines Nabels auf. Meine Taille, mein Bauch, mein Nacken. Die Stellen, an denen sich Emotionen angesammelt hatten, schienen sich endlich zu offenbaren. Ich beschloss, sie so zu fühlen, wie sie waren, ohne zu urteilen oder zu versuchen, sie zu heilen. Es war, als würde ich eine alte Wunde untersuchen.
Ich brachte imaginäres Licht in diese Bereiche. Ein sanftes, aber starkes Licht. Ein Symbol der Spiritualität, das von oben herabkam, eine Energie jenseits von mir. Wo immer das Licht hinkam, breitete sich Wärme aus, und die aufgestauten Emotionen begannen sich langsam aufzulösen. Es war kein Moment endgültiger Heilung, aber es fand definitiv eine Veränderung statt. Als das Licht den Schmerz berührte, an den sich mein Körper erinnerte, verwandelte sich dieser Schmerz in ein Gefühl, das danach verlangte, erzählt zu werden.
Und dann geschah etwas Seltsames. In den Tagen nach dem Aufwachen aus meiner Meditation begegnete ich in den unerwartetsten Momenten freundlichen Menschen. Ein Fremder bot mir in der U-Bahn seinen Sitzplatz an, jemand trat in der Schlange zur Seite, eine Kassiererin lächelte stumm. Kleine, unbedeutende Gesten der Freundlichkeit berührten mich, und ich wusste, dass sie keine Zufälle waren.
Ich spürte, wie sich das Herz, das ich mit meinem Inneren zu versöhnen suchte, wie eine Welle nach außen ausbreitete. Diese Güte sagte mir: „Weil du begonnen hast, dich um dich selbst zu kümmern, hat die Welt begonnen, sich um dich zu kümmern.“
In diesem Moment wurde mir klar, was ich durch die Meditation gelernt hatte.
Wenn Subjekt und Substanz in mir aufeinandertreffen, das heißt, wenn ich mir selbst mit Mitgefühl begegne, steigt Spiritualität in mir auf. Diese Spiritualität kommt als konkretes Gefühl, in Form von Glückseligkeit. Und diese Glückseligkeit hält mich am Leben und macht die Welt, der ich begegne, sanft und harmonisch.
Der Körper birgt Erinnerungen. Emotionen sind die Sprache dieser Erinnerungen. Als ich auf meinen Körper hörte, kamen vergangene Verdrängungen an die Oberfläche, und ich versuchte, mich mit ihnen zu versöhnen. Die Essenz reagierte durch den Körper, und Licht wurde zum Kanal der Heilung. So wurde die Reise, die in mir begann, von der Außenwelt mit Freundlichkeit begrüßt.
Meditation ist eine Geschichte, die nie endet. Die kleinen Erkenntnisse, die ich an diesem Tag hatte, sprechen mich noch heute an. Mein Körper spricht weiterhin zu mir, und die Welt ermutigt mich weiterhin mit sanften Signalen.
Jetzt weiß ich es.
Wenn ich mich der Dunkelheit in mir stelle und sie akzeptiere, öffnet sich mir die Welt in leuchtenden Farben.
Dass sich meine innere Heilung auf freundliche Begegnungen mit der Außenwelt ausweitet.
👍
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