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Wenn ein schwaches inneres Licht beginnt, mich wie ein Tempel zu umgeben

Kategorie
  1. Meditation
Autor
  • Lumen
Je tiefer die Nacht wird, desto deutlicher wird die Angst in meinem Herzen. Ein Gefühl von Anspannung, das ohne ersichtlichen Grund aufsteigt, lässt meine Stirn und Augenbrauen allmählich zusammenziehen. Die Angst vor einer ungewissen Zukunft erschüttert mein Inneres wie ein starker Wind. Ich schwanke wie eine kleine Kerze darin. Zufällige Gedanken strömen herein wie eine Flutwelle, und bevor eine Welle auch nur abebben kann, strömt die nächste herein. Erinnerungen, Bedauern, Vorstellungen, Ängste, Erwartungen … alles strömt auf einmal herein und vernebelt meinen Verstand.
Doch selbst in diesem trüben Wasser spürte ich, wie etwas klarer wurde. Tief in mir entzündete sich ein seltsam helles Licht des Bewusstseins. Ich beobachtete die ablenkenden Gedanken, erkannte die Angst, bemerkte die Furcht … Diese Dinge begannen sich von mir zu lösen und wurden zu einem Bewusstsein, das sie wahrnahm, anstatt einfach von der Flut der Emotionen mitgerissen zu werden. Ich spürte, wie meine Metakognition allmählich klarer wurde. Ich ahnte, dass diese Verwirrung vielleicht die Schwelle zu einem neuen Erwachen sein könnte.
Mein Körper fühlte sich immer noch unwohl, mein Geist schwankte, doch gleichzeitig stand ich an einem weiteren Scheideweg auf meiner Reise zur Selbstfindung. Dann, eines Nachts, hatte ich in einem Traum das Gefühl, als würde mir ein Wesen etwas ins Ohr flüstern. Es war so lebendig, dass ich mich gezwungen fühlte aufzuwachen, doch mein Körper blieb regungslos. Mein Unterbewusstsein sprach aus tiefstem Inneren zu mir, und diese Botschaft fühlte sich an wie die Stimme meiner Seele, die inmitten all dieser Angst und Verwirrung erblühte.
In diesem Moment wurde mir klar, dass ich nicht einfach von all diesen Emotionen mitgerissen wurde. Ich war Zeuge ihrer. Die Kraft, mich selbst zu kennen, dieses kleine Bewusstsein, funkelte wie ein Stern am dunklen Nachthimmel. Was mich in meiner Macht hielt, war nicht irgendeine äußere Zusicherung oder zukünftige Stabilität, sondern das Licht des Bewusstseins, das mich in diesem Moment ansah.
Die Angst blieb, die Ungeduld verweilte, doch in diesem Raum des „Bewusstseins“, der alles umfasste, fühlte ich mich stärker denn je. Und dieser Raum des Bewusstseins war wahrhaftig mein Zuhause, mein Tempel. Dort spürte ich die Verbindung zwischen Subjekt und Substanz, und ich konnte mir ein Licht vorstellen, wie schwach es mich auch sein mochte. Dieses Licht war imaginär und doch so real. Eine schwache Wärme breitete sich aus einer Ecke meines Herzens aus und hatte die Kraft, den Schatten der Angst zu vertreiben.
Selbst inmitten von Angst und Verwirrung wuchs meine Selbsterkenntnis. Es war wie ein Samenkorn, noch zerbrechlich und klein, aber deutlich lebendig und wachsend. Ich beschloss, daran zu glauben. Dass dieses Samenkorn eines Tages zu einem mächtigen Baum heranwachsen würde, der mich zu noch größeren Höhen führen würde. Die Nacht war tief, und meine Angst blieb, doch selbst in ihr erwachte ich langsam.
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