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Das werden Sie bereuen, nicht gewusst zu haben: Schwerpunkt und Unterstützungsfläche

Autor
  • Lumen
Kategorie
  1. Anatomie
Um im Ballett stabile Bewegungen auszuführen, muss man das Verhältnis zwischen Körperschwerpunkt und Standfläche genau erkennen und den Körper entsprechend ausrichten. Die Standfläche bezeichnet die Fläche des Körpers, die den Boden berührt; beim Stehen auf beiden Beinen dient die gesamte Fußsohle als Standfläche. Damit der Körper das Gleichgewicht halten kann, muss sich der Körperschwerpunkt innerhalb dieser Standfläche befinden; verlagert er sich aus diesem Bereich heraus, gerät der Körper ins Wanken, was zu Gleichgewichtsverlust und einem Sturz führen kann.
Spezifische Prinzipien und Methoden zur Erkennung der Unterstützungsfläche und zur Anpassung des Körpers bei Verlagerung des Schwerpunkts
1.
Erkennen der Schwerpunktverlagerung durch Verkleinerung der Unterstützungsfläche Bei der Ausführung einer Ballettbewegung auf einem Bein (z. B. dem einbeinigen Soushu) aus dem beidbeinigen Stand verringert sich die Unterstützungsfläche auf die Größe eines einzelnen Beins. Dies reduziert zwar die Stabilität, erhöht aber die Bewegungsfreiheit. Wird die Anweisung missverstanden, den Oberkörper wie einen Kasten zu fixieren und nur die Beine zu bewegen, ohne den Schwerpunkt zu verlagern, verlagert sich dieser aus der Unterstützungsfläche heraus, wodurch das Kräftegleichgewicht gestört wird. Stabilität lässt sich daher nur gewährleisten, indem der Schwerpunkt vollständig in die verkleinerte Unterstützungsfläche verlagert wird.
2.
Zentrierung durch die gerechte Kompensation des Körpers
Beim Strecken oder Anheben eines Beins erzeugt dessen Gewicht (Masse) ein Drehmoment (Drehkraft), wodurch sich der Körperschwerpunkt zum bewegten Bein (Gehbein) hin verlagert. Um das Gleichgewicht zu halten, muss der Körperschwerpunkt innerhalb der verkleinerten Unterstützungsfläche durch ausgleichende Bewegungen wie folgt angepasst werden. (Beispiel für „A la Seconde Tendu“: Seitliches Ausstrecken des Beins)
Präzise Schwerpunktverlagerung auf das Standbein: Verlagern Sie zunächst den Schwerpunkt vollständig von der Mitte beider Beine auf das Standbein. Achten Sie dabei darauf, dass die Linie, die die beiden vorderen Beckenknochen (Spina iliaca anterior superior) verbindet, parallel zum Boden verläuft. Das Standbein neigt sich währenddessen leicht, um das Gleichgewicht zu halten.
Beckenbalance und Hüftgelenksstabilität: Halten Sie den verlagerten Schwerpunkt und das Hüftgelenk des Standbeins stabil und spannen Sie die Muskulatur des Gehbeins an, um das Bein anzuheben. Achten Sie auf die Beckenbalance, damit das Hüftgelenk des Standbeins nicht wackelt, bis das Bein einen 90-Grad-Winkel erreicht hat.
Kompensation des Oberkörpers: Beim Strecken des Beins müssen Sie Ihren Körperschwerpunkt verlagern, als ob Sie das Gewicht des gestreckten Beins mit Ihrem Oberkörper abstützen würden. Indem Sie diese Kompensation so vornehmen, dass sich der Körperschwerpunkt innerhalb der veränderten Unterstützungsfläche befindet, können Sie schöne Linien ausführen, ohne Ihren Körper zu überanstrengen.
3.
Bei Gleichgewichtsübungen ohne Stange verlagert man unbewusst das Gewicht auf die Hände, die die Stange halten, wenn man den Körperschwerpunkt nicht präzise innerhalb der Unterstützungsfläche verlagert. Dadurch wird die Stange fälschlicherweise zu einem weiteren Schwerpunkt. Daher ist es wichtig, das Gleichgewicht zu trainieren, indem man Füße (Unterstützungsfläche) und Hüftgelenke selbstständig kontrolliert, als ob keine Stange vorhanden wäre.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Schlüssel zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Ballett darin besteht, die Verlagerung des Körperschwerpunkts beim Strecken oder Anheben des Beins zu erkennen und den Körperschwerpunkt durch geeignete Ausgleichsbewegungen des Körpers (Oberkörper und Standbein) präzise auf die verengte Unterstützungsfläche zu bringen.