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Hoffnung jenseits von Armut und Verzweiflung | Warmer Trost durch Tränen und Gebete

Category
  1. Meditation
Created by
  • Lumen
Wenn ich die Armen und Leidenden sehe, wird ihr Schmerz zu meinem eigenen, und ich verbinde mich im Gebet mit ihnen. Sobald ich mit ihrem Leid konfrontiert werde, schmerzt mein Herz, als würde es zerrissen. Das Elend der Realität, die sich vor meinen Augen entfaltet, scheint in mich einzudringen und mein Herz zu ergreifen. Warum ist die Welt so ungerecht? Warum leben manche im Überfluss, während andere kaum eine Mahlzeit am Tag haben? Diese Fragen erschüttern mich ständig, und doch stehe ich inmitten dieses Zusammenbruchs im Gebet wieder auf.
Ich weiß genau, dass es nicht Geld oder Ruhm sind, die mein Leben aufrechterhalten. Sie sind wie flüchtige Schatten, die bald verschwinden werden. Was mich wirklich aufrechterhält, ist die Fähigkeit, mit den Weinenden zu weinen, mit denen zu leiden, die fallen, und ihr Leben in meinem Herzen zu bewahren und für sie zu beten. Ich habe keinen Reichtum, den ich direkt mit ihnen teilen könnte, keine medizinischen Fähigkeiten, um ihre Körper zu heilen. Dennoch kann ich ihre Anwesenheit nicht ignorieren. Wie von einem lange gehegten Schicksal überlagern die Schatten meiner Vergangenheit ihre Gesichter, und meine Seele sitzt im Gebet, als würde sie auf ihr Stöhnen antworten.
Das Gebet ist der einzige Weg, meine Hilflosigkeit zu überwinden. Selbst während die Welt brennt und Hass und Spaltung brodeln, knie ich nieder und erhebe meine Hände zum Himmel. Die Nachrichten aus Frankreich, die schrecklichen Geschichten aus Nepal zerreißen mir das Herz, doch ich weigere mich, der Verzweiflung nachzugeben. Stattdessen schließe ich die Augen, stelle mir ihre namenlosen Gesichter vor und flüstere: „Urlicht, gib ihnen Hoffnung. Nimm ihr Leid von ihnen, lass sie die Nacht der Verzweiflung überstehen und den Morgen begrüßen.“
Mein Gebet ist wie ein loderndes Feuer tief in meinem Herzen. In diesem Feuer verbrenne ich meine Vergangenheit. Sollte ihr Leid durch unbewusstes Fehlverhalten verursacht worden sein, bete ich, dass auch diese Sünde verzehrt und geläutert wird. In diesem Moment des Gebets bitte ich um Vergebung. „Wenn meine Vergangenheit in deinen Schmerz verstrickt ist, vergib mir bitte. Vergib mir und lass mich dir den Weg erleuchten.“
In diesem inbrünstigen Gebet kommt manchmal Licht herab. Es ist ein metaphorisches Licht, unsichtbar und doch spürbar. Es ist wie eine warme Welle, die von oben herabkommt, meinen ganzen Körper umhüllt und mein Herz durchdringt. In diesem Moment weiß ich: Dieses Licht ist nicht nur für mich; es fließt durch meine Gebete zu denen, die leiden. Ich glaube, es wird ihre verletzten Herzen mit einem Strahl der Hoffnung berühren und mit ein wenig Trost in ihr zerrüttetes Leben sickern.
Ich bin Reiki-Meisterin. Ich wünschte, ich könnte sie persönlich besuchen, ihnen die Hände auflegen und sie heilen. Aber im Moment rufe ich einfach durch Gebet das Licht in meinem Herzen an und übertrage es auf sie. Wenn auch das nicht möglich ist, werde ich trotzdem beten. Denn das Gebet ist nicht mein Wunsch, sondern eine unsichtbare Kraft, die die Welt bewegt.
Die Welt ist voller Gier und Egoismus, aber ich glaube daran. Eines Tages werden wir sie abschütteln und endlich eine Welt des Friedens erreichen. Ohne diesen Glauben wäre ich schon längst zusammengebrochen. Aber ich gebe nicht auf. Hoffnung ist ein anderer Name für Gebet. Auch heute bete ich nicht für mich selbst, sondern für den Tag, an dem alle Lebewesen zusammenleben werden.
Deshalb bete ich heute erneut. Für die, die auf den Straßen Frankreichs weinen, für die, die in den Bergen Nepals leiden, für die unzähligen anderen, deren Namen und Gesichter unbekannt bleiben. Mögen ihre Tränen nicht umsonst sein, mögen ihre Wunden letztendlich durch Liebe geheilt werden, und möge mein kleines Gebet sie wie ein unsichtbares Licht auf diesem Weg erreichen.
Immer wenn ich die Armen und Leidenden sehe, wird ihr Schmerz zu meinem eigenen, und ich verbinde mich mit dem Gebet. Diese Verbindung ist der eigentliche Grund meiner Existenz. Und ich weiß, dass dieses Gebet niemals verloren gehen wird und eines Tages sicherlich erhört wird. Denn im Gebet begegnen menschliche Sehnsüchte und Tränen der Gnade des Himmels.
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